Skandinavien-Finnland: Åland - die malerische Schärenwelt

Eines der beliebtesten Reiseziele Finnlands ist die Provinz Åland. Die rund 6500 Inseln und Schären liegen am südlichen Eingang des Bottnischen Meerbusens. Auf einer Gesamtfläche von 6784 Quadratkilometern leben circa 26.000 Menschen. Die Hauptstadt von Åland ist Mariehamn mit 10.500 Einwohnern. Es ist die einzige Stadt der Provinz Åland. Zusätzlich gibt es noch 15 Gemeinden, die kleinste mit 120 Einwohnern. Durch ihre starke Nähe zum Festland sind die Inseln von Helsinki, Turku und Stockholm aus gut zu erreichen.

 

Die beliebten Inseln

Im frühen Mittelalter wurden die kleinen Inselchen von Wikingern besiedelt. Seitdem sind sie schwedischsprachig. Im 19. und 20. Jahrhundert stritten sich Schweden, Russen und Finnen um die kleine Inselwelt. 1921 erhielt die Inselgruppe weitgehende Autonomie im finnischen Staatsverband. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist Åland entmilitarisiert.

Mit seiner speziellen Schärenlandschaft lockt Åland jedes Jahr eine Vielzahl von Touristen an. Die åländische Flora bietet einen großen Artenreichtum. Jeden Sommer genießen viele Urlauber die freie Natur beim Baden, Golfspielen, Fahrradfahren und Angeln. Die Hecht-, Barsch- und Meerforellenbestände gehören zu den besten in ganz Skandinavien.

 

Minimetropole Mariehamn

Fast die Hälfte aller Åländer lebt in Mariehamn. 1861 wurde die Stadt von Zar Alexander II. gegründet und nach dem Namen seiner Frau Maria Alexandrowna benannt. Zwischen zwei wunderschönen Naturhäfen gelegen, lockt Mariehamn mit seinem maritimen Charme jährlich über 1,5 Millionen Touristen an. Für Segler ist Mariehamn der ideale Startpunkt zu Segeltörns rund um die åländische Inselwelt. Segelfans können im Seefahrtsviertel am Osthafen einen Hauch vom früheren Leben auf See erleben. Eine alte Schiffsschmiede und originalgetreu nachgebaute historische Segelschiffe informieren über alte Seemannszeiten. Eine Sehenswürdigkeit ist die 1903 erbaute, stählerne Viermastbark Pommern, die im Westhafen von Mariehamn liegt. Sie ist weltweit die einzige noch im Originalzustand erhaltene Bark. Wer geschichtlich interessiert ist, sollte das Ålandmuseum besichtigen. Es dokumentiert die Geschichte der Inseln.

 

Kulturelles – nicht nur für Segelfans

Jedes Jahr lockt Åland mit vielen kulturellen Veranstaltungen. Eine große Attraktion sind die Åland-Seetage im Juli. Es gibt ein großes Programm unter anderem mit Seeräubertouren für Kinder, einer Regatta mit traditionellen Segelbooten, Handwerk und Verkauf. Im gleichen Monat strömen die Massen in das kleine Städtchen zu dem viertägigen Ålandia Jazz-Festival. In einem abwechslungsreichen Programm kann man sowohl international bekannte, als auch lokale Talente sehen.

Weitere Besichtigungsmöglichkeiten

Jagd- und Fischereimuseum in Käringsund

Gegenüber vom Fischerhafen von Käringsund liegt das åländische Jagd- und Fischereimuseum. Dies ist eines der interessantesten und schönsten Museen in ganz Åland. Besucher finden hier mehr als 2500 Gegenstände rund um das Thema Jagd und Fischerei. Anschaulich wird beschrieben, mit welchem Ideenreichtum die Åländer früher Meer und Wäldern die lebenswichtige Nahrung entnommen haben. Auch für Kinder kann der Besuch zu einem Ereignis werden. Sie können kleine Tierfiguren aus Zinn gießen und in großen Sandhaufen auf Perlensuche gehen (nur in den Sommermonaten).

 

Festung Bomarsund

Die größte militärische Anlage, die je auf Åland gebaut wurde, ist die Festung von Bomarsund. Die Anlage wurde 1830 von den Russen errichtet und war ein wichtiger Truppenstützpunkt gegen den Westen. Beeindruckend ist die enorme Größe der Festung. Die Anlage konnte bis zu 5000 Mann beherbergen und war eine richtige kleine Stadt. Bei einem englisch-französischen Angriff 1856 wurde die Festung bis auf die Grundmauern zerstört. Die Folgen der Errichtung und Zerstörung der Festung beeinflusste die Geschichte Ålands maßgeblich: seit dem Friedensbeschluss von Paris 1856 ist Åland entmilitarisierte Zone. Zu einem Spaziergang in wunderschöner Umgebung lädt ein 5,5 Kilometer langer Kulturpfad rund um die Festung ein. Informationstafeln informieren über die interessante Geschichte des Gebietes.

 

Schloss von Kastelholm

Ein spannendes Ausflugsziel für die ganze Familie ist das mittelalterliche Schloss von Kastelholm. Ursprünglich war das Schloss eine Verteidigungsburg, die Ende des 14. Jahrhunderts erbaut wurde. Mit der Zeit wurde die Burg umgebaut und entwickelte sich bis ins 17. Jahrhundert zu einem Schloss mit überwiegend administrativen Aufgaben. Am Ende des 17. Jahrhunderts begann der Verfall des Schlosses, das jedoch heute zum größten Teil wieder renoviert ist. Empfehlenswert ist eine Führung durch das Schloss (in Schwedisch, Finnisch oder Englisch), bei der Reisende alles über das mittelalterliche Leben auf der Burg erfahren.

 

Freilichtmuseum Jan Karlsgården und Kronengefängnis Vita Björn

In der Nähe des Schlosses von Kastelholm liegen in der Gemeinde Sund das Freilichtmuseum Jan Karlsgården und das Kronengefängnis Vita Björn. Im Jan Karlsgården wurden åländische Gebäude aus dem 19. Jahrhundert wieder aufgebaut. Man kann einen typischen åländischen Bauernhof mit Wohnhaus, Ställen, Scheunen und Unterkunft für die Angestellten besichtigen. Das Gelände um das Freilichtmuseum wird auf traditionelle Weise mit Schafen und Kühen auf der Weide bewirtschaftet. 1985 eröffnete das erste öffentliche Gefängnismuseum in Finnland. Das kleine Kronengefängnis Vita Björn wurde 1784 in Gebrauch genommen und fast 200 Jahre genutzt. In der Ausstellung kann der Besucher sich die chronologisch die Entwicklung der Gefangenenhaltung in Finnland vom Ende des 18. Jahrhunderts bis 1950 angucken.

 

Mehr Informationen zum Thema Åland im Internet unter:

 

Text: Mareike Schlüter