Skandinavien-Finnland: Karelien

Östliche und westliche Einflüsse bestimmen seit Jahrhunderten das Leben und die Kultur von Karelien. Orthodoxe Traditionen sind in Finnlands Ostprovinz noch immer lebendig.

 

Für die Finnen birgt die wildromantische Landschaft die Wurzel ihrer Kultur. Ihre Künstler inspiriert sie nicht erst seit Jean Sibelius zu den schönsten Symphonien nach allen Farbnoten im Wechsel der Jahreszeiten. Im Sommer glitzern die Seen unter der Mitternachtssonne.

 

Der Herbst lässt die Farben explodieren. Die Wälder liefern sich kurz vor dem ersten Schnee ein intensives Spiel von Rot, Gelb und Braun. Danach ist die Landschaft fast sechs Monate in das zarte Aquarell des Winterlichts getaucht.

 

 

Der Winter lässt sich in Nordkarelien in aller Ruhe geniessen. Durch das unberührte Weiß stapfen Wanderer auf Schneeschuhen. Eisloch-Angler harren auf dem zugefrorenen See der Fische, die da kommen. Und die Langläufer erfahren auf ihren Skiern das Schweigen der weißen Wälder.

 

Wer´s weniger geruhsam mag, kann bei den traditionellen Karelia-Skiläufen im Rudel auf die Strecke gehen und Motor- oder Hundestärken vor den Schlitten spannen.

Die orthodoxe Kultur

Praasniekkas, örtliche Weihefeste mit feierlicher Prozession, sind traditionelle Höhepunkte der in Westeuropa und Skandinavien einzigartigen orthodoxen Kultur. Als Stätten der Begegnung und inneren Einkehr heißen in Heinävesi die Klöster Valamo und Lintula Gäste willkommen, in Iisalmi informiert das orthodoxe Kulturzentrum anschaulich über Geschichte und Brauchtum von Karelien.

 

Nordkarelien ist der jüngste Aussenposten der EU, noch weiter Richtung Osten gelegen als die Zarenmetropole Sankt Petersburg. In die östlichste Grenzzone Westeuropas, nach Virmajäki, führen Wanderungen mit Blick über die russische Grenze. Den Ausflug zum östlichsten Punkt der EU bescheinigt ein Diplom.

 

Rund 1.000 Kilometer Wanderwege sind vernetzt und gut markiert. Besonders beliebt bei deutschen Besuchern ist der legendäre Bärenpfad. Da Meister Petz zumeist auf Abstand bleibt, bietet Ruuna noch einen besonderen Sommerthrill: eine Flossfahrt über die tosenden Stromschnellen des wilden Ostens.

Sehenswertes in Nordkarelien

Die Koli-Berge

Westlich des Pielinensees liegen die Koli-Berge, eine von etwa 30 finnischen National- landschaften. Die 350 Meter hohen Berge sind Kultur- und Naturdenkmal in einem. Touristen haben von der Spitze der Berge einen wunderschönen Blick auf die Landschaft von Mittelfinnland. Schriftsteller, Komponisten und Maler ließen sich von dem Farbenspiel dieser Aussicht inspirieren. Die meisten Waldgebiete sind mit ihrer rauen, unberührten Schönheit bis heute erhalten geblieben.

 

Nurmen- die Stadt der Birken

Am nördlichen Ende des Pielinensees liegt die Kleinstadt Nurmen. Die „Stadt der Birken" hat nur etwa 9000 Einwohner und wurde 1879 nach einem von Zar Alexander II. abgesegneten Schachbrettplan angelegt. Hauptattraktion ist der Nachbau eines traditionellen karelischen Dorfes am Ufer des Pielinensees. Hier kann man sich den typischen karelischen Baustil ansehen.

 

Kuusamo – die Stadt für Naturliebhaber

Etwas südlich des Polarkreises liegt die Stadt Kuusamo. Besonders in den Sommermonaten herrscht in der Kleinstadt reges Treiben. Die Natur um Kuusamo ist bekannt für ihre einmalige Schönheit. Es gibt Wälder, Flüsse und Seen soweit das Auge reicht. Interessant ist ein Besuch im Oulanka-Nationalpark, in dem man viele Tierarten in freier Natur beobachten kann. Auch im Winter ist Kuusamo ein beliebtes Reiseziel, denn von Ende Oktober bis Mitte Mai ist Schnee garantiert. Der höchste Berg Finnlands, der Ruka-Fjäll, lockt jedes Jahr die Skifans an.

 

Weitere Informationen über Nordkarelien sind kostenlos erhältlich bei der
Finnischen Zentrale für Tourismus
Lessingstraße 5
60325 Frankfurt/Main
Tel. 069/500 70 157, Fax 72 41 725
E-Mail: finnland.info@mek.fi, Internet: www.finland-tourism.com und www.finnland-ferien.com.