Skandinavien-Dänemark: Samsö

Unter den kleineren Inseln Dänemarks zählt Samsö zu den größten. 4.300 Menschen leben und arbeiten hier, 250 Bauern bewirtschaften das Land, es gibt einen Schlachthof, einen Fährhafen, ein Herrenhaus im englischen Stil vom Ende des vorigen Jahrhunderts, Ferienhäuser, einen Golfplatz direkt am Meer, einen Flugplatz.

Nichts besonderes - oder etwa doch? Da wäre zum Beispiel das Klima. Wenn es im übrigen Dänemark wie aus Eimern regnet, kann es durchaus passieren, dass auf Samsö die Sonne lacht. Auf Samsö gibt es im Schnitt 15 Prozent mehr Sonnentage als im Rest des Landes: eine Sonneninsel im Kattegat.

 

Und wenn der Winter das ganze Land mit Eis und Schnee überzieht, hat man auf Samsö freie Fahrt - es ist das Meer, das das Eis fern hält. Samsö, so könnte man sagen, ist eine milde Insel. Eine Insel fern der Extreme.

 

Die höchste Erhebung liegt im Norden und misst 64 Meter. Das ist nicht gerade die Höhe, und doch: Von dem Aussichtspunkt auf der äussersten Nordspitze Issehoved, unverfehlbar markiert durch die Nachbildung eines Runensteins aus der Wikingerzeit, geht der Blick hinaus aufs Meer und über eine ebenso raue wie idyllische Endmoränenlandschaft. Wer hier steht, dem kann es in all dieser grandiosen Einsamkeit ringsumher so vorkommen, als wäre Harald der Schreckliche mit seinen Kämpfern gerade erst abgesegelt.

 

Tatsächlich siedelten Wikinger schon um das Jahr 700 auf die Insel und legten zum Beispiel einen 800 Meter langen Kanal an, um ihre Boote nicht über Land von der Ost- zur Westseite tragen zu müssen. Reste der Anlage sind immer noch zu sehen.

 

Der Süden mit dem Schloß von Brattlingsborg als Zentrum ist ein eher flaches Land. Hier wachsen Kastanien neben Eichen, Birken neben Ahorn, Korn wiegt sich im Wind, Rinder weiden auf saftigen Wiesen. Auch wenn die Bezeichnung Wald für die angelegten Pflanzungen vielleicht ein wenig übertrieben sein mag, die Einheimischen nennen sie trotzdem so. Alles wächst und lebt gemütlich.

 

Das Leben auf Samsö kennt keine Hektik. Wie sollte es auch. Im Frühling und im Herbst verursachen durchziehende Vogelschwärme den größten Lärm, im Sommer kommen zwar ein paar Tausend Touristen, aber sie verstecken sich auf ihrer Suche nach Erholung mehr oder weniger in ihren Ferienhäusern, im Winter ist es so still, dass nur der Wind ein wenig Abwechslung in die Geräuschkulisse bringt.

 

Berühmt ist Samsö wegen einer Frucht, die aus Südamerika stammt: der Kartoffel. Seit 1900 wird die Knolle in großem Stil angebaut. Und Kenner sagen, dass die besten Kartoffeln Dänemarks auf Samsö wachsen. Scholle, Hering oder Aal gebraten und mit Samsö-Kartoffeln - es soll Menschen geben, die allein aus diesem Grund immer wieder auf die Insel kommen.

 

Ein anderer guter Grund wäre das Dorf Nordby. Kaum ein anderer Ort in Dänemark hat seine mittelalterliche Struktur und Substanz so perfekt über die Zeit retten können. Keine Brände, keine Zerstörungen - Idylle pur, anders kann man es nicht sagen. Und wer nun schon einmal den weiten Weg bis nach Nordby hinter sich gebracht hat, der muss unbedingt im Restaurant "Ved Kaeret" vorbeischauen. Hier wird in einer ehemaligen Schmiede auf hohem Niveau gekocht, der Service ist perfekt und das Ambiente auf typisch dänische Art gepflegt. Und auf der Speisenkarte stehen - Samsø-Kartoffeln. Was denn sonst.

 

Weitere Informationen zum Urlaub auf Samsö:

Samsø Turistbureau

Langgade 32

DK-8305 Samsø

Tel. 00 45 / 86 59 14 OO, Fax: 86 59 31 73

Internet: www.samsoeturist.dk  

Email: mailto:info@samsoeturist.dk .